Der Freiburger Agendakaffee- ein Gewinn für alle!

Kaffeeproduktion und Kaffeehandel

Braunes Gold ist spekulativ

Wenig Märkte sind so sprunghaft wie der Kaffeeweltmarkt. Frost in Brasilien, Erdrutsch in Mexiko, neue Anbaugebiete, volle Lagerhallen, Termingeschäfte - alle diese Ereignisse bestimmen den Preis von Rohkaffee maßgeblich mit. Er ändert sich rasant, auch weil Kaffeehandel ein Spekulationsgeschäft ist. Gekauft wird in günstigen Zeiten (z. B. während der Ernte) und verkauft in Hochpreisphasen. Jeder Sack Kaffee wird an der Börse etwa zehnmal ge- und verkauft, bis er wirklich „physisch“ gehandelt wird. Die Spekulation verstärkt die Schwankungen des Kaffeepreises beträchtlich und führt zu Preisentwicklungen, die mit Angebotsmenge und Nachfrage kaum noch etwas zu tun haben. Aber auch die Angebotsmengen schwanken. Hohe Preise führen zu Investition in die Kaffeepflanzungen und das Erschließen neuer Kaffeeanbaugebiete: Vietnam z. B. ist in den letzten zehn Jahren zu einem der wichtigsten Kaffeeanbaugebiete geworden und drückt mit großen Mengen billigen Kaffees auf den Markt. Sind die Preise niedrig, werden die Kaffeesträucher von den Produzenten vernachlässigt, wodurch die Erträge sinken. Das verringerte Angebot steigert natürlich wiederum die Preise.

Die Entwicklung der letzten vier Jahre illustriert die Höhe der Schwankungen deutlich: 1997 hatte der Kaffeepreis mit 300 US-Cent/Pfund eine Hochpreisperiode. Im Juli/August 2001 häuften sich die dramatischen Meldungen vom freien Fall des Kaffeepreises: Noch nicht einmal 60 US Cent/Pfund waren fürArabica-Bohnen noch zu bekommen, weniger als 25 US Cent/Pfund für Robusta-Kaffee. Dies trifft die kaffeeproduzierenden Länder hart, zumal mehr als hundert Millionen Menschen von ihm als einziger Einkommensquelle abhängig sind.

Aber selbst hohe Kaffeepreise kommen Kleinbauern - die immerhin die Hälfte der weltweiten Kaffeeproduktion erzeugen - nicht zugute. Geldnot zwingt sie zum Verkauf ihres Kaffees noch am Strauch. Und das zu dem Preis, der ihnen von Aufkäufern geboten wird, denn der direkte Zugang zu den größeren Märkten ist ihnen verwehrt.

 

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